Dienstag, 30. September 2008

Dublin, mal wieder...

Gestern waren wir mal wieder in Dublin. Aber nicht zum Spaß, nein nein.
Dagegen spricht schon, dass wir um sechs Uhr aufstehen mussten, um den ersten Zug zu erwischen. Und zwar alle. Denn in Dublin wurde die Simon Week eröffnet, eine Aktionswoche gegen Obdachlosigkeit und zum Spenden sammeln. Tja, und weil wir Volunteers so wichtig sind, hat man alle Volunteers aus Irland nach Dublin beordert...
Dort durften wir uns dann Vorträge von wichtigen Menschen anhören, und um kurz nach eins durften wir wieder gehen. Wunderbar, oder?
Der Rest der Geschichte ist, dass ich wieder mal Geld ausgegeben habe (Poster, CD, Bier), und um kurz nach neun waren wir wieder daheim.
Super Sache, das...

Sonntag, 28. September 2008

Ein großer Tag für Bayern!

Ich kann es mir nicht verkneifen, ich muss es einfach über all kund tun:
Ich bin grad so glücklich, wie ein kleines Kind das einen Lutscher bekommen hat.
Die Erklärung: die Landtagswahl in Bayern. Die erste Prognose. Das für die CSU desaströse Wahlergebnis von 43%.
Jetzt wird erstmal um den See gejoggt, und heute Abend wird dieser Sieg im Bierhaus mit Schneider Weisse oder Ayinger Ur-Weisse begossen. Das muss einfach sein^^
Ooh, da werden in der CSU Köpfe rollen... Muahaha!

Samstag, 27. September 2008

"Get the lead out!"

... so titelte der Galway Advertiser letzte Woche. Und warum? Nunja, nach zwei Monaten hat die Stadt Galway bekannt gegeben, dass die Bleibelastung ungefähr 3-4mal so hoch ist, wie eigentlich normal.
Tja, jetzt benutzen wir nur noch gekauftes Wasser aus Flaschen, bis es eine Entwarnung gibt.

Oh, und Irland hat jetzt offiziell eine Rezession. Also merken tut man davon nichts, die Leute rennen immer noch weiter munter durch die Stadt und kaufen. Die Frage ist nur, wie lange noch.
Sobalds neue Informationen dazu gibt, lass ich euch wissen, wie der keltische Tiger als erstes EU-Land mit einer Rezession umgeht..

Bei so viel "tollen" Neuigkeiten" bleibt mir nur noch zu sagen:
Cheers, euer Phil^^

Montag, 22. September 2008

Alltag...

So, hier mal wieder ein kleines allgemeines Update.
Was ist die letzten Tage alles passiert? Zunächst haben wir jetzt zwei neue Volunteers hier, Irena aus Finnland und Eva aus Tschechien. Beide sind sehr nett, nur Eva hat in Rachel eine Kumpanin zum putzen gefunden, und die beiden wollen das Haus umkrempeln, weil es ihnen zu unordentlich ist. Das könnte spannend werden, aber ich glaube die Chaos-Fraktion ist stärker...
Auch ist Julie weg, nach einem feucht-fröhlichen Partyabend (Absinth!) und einem für sie sehr verheulten Abschied. Das Leben ist voller Abschiede...

Jetzt sind wir zehn Volunteers im Haus, und weil Klaus Julies altes Einzelzimmer übernimmt, habe ich quasi ein Doppelzimmer für mich alleine :D Bis November, dann zieh ich runter in ein anderes Einzelzimmer, denn bei Doppelzimmern weiß man nie, ob man nicht doch wen ins Zimmer bekommt. Noch dazu wenn im November Carlos und Hannah weg sind, da kommt dann garantiert nach Weihnachten wieder irgendwer.

Sonst geht hier alles weiterhin seinen gewohnten Gang. Wir arbeiten, gehen zum Spanish Arch, wir gehen nach Salthill an den Strand, wir gehen Kaffee trinken, wir gehen in Pubs, ins Kino... Eine gewisse Routine im Zeit-totschlagen eben. Nur dass jetzt jeden Montag Fußball ist, bringt ein bisschen Konstanz rein, aber das ist auch ganz gut so.

Gestern haben wir dann bei einem Familienfest ausgeholfen, das die Galway Simon Community ausgerichtet hat. Stattgefunden hat es auf einer Marinefregatte. War ein ziemlicher Erfolg, haben weit über 2000€ eingenommen. Und wir hatten die Chance, das Schiff zu besichtigen. Immer wieder interessant...

Mir gehts übrigens gut, von einer leichten Erkältung und gewissen Entzugserscheinungen ;) mal abgesehen. Aber das ist nichts, was die Zeit nicht heilen wird...

In dem Sinne: take care!
Euer Phil

Sonntag, 21. September 2008

Beobachtung #5

Beobachtung #5
Heute mal nichts großes, eher eine kleine Kuriosität am Rande.
Iren haben teilweise eine sehr lustige Art sich am Telefon zu verabschieden. Wo andere Menschen einfach nur "Bye" sagen würden, artet irisches Verabschieden mitunter ziemlich aus.
Beispiel?
"Byebye! Take care! Byebyebye! See you! Bye! Take it easy! Byebye! etc. pp", und das alles in einem Atemzug.
Wie gesagt, nicht alle machen das, aber ich hab das jetzt schon oft genug gehört, um es als typisch irisch durchgehen zu lassen...

In dem Sinne: tschüßichhoffeeuchhatsgefallenciaociaogrüßeundallesliebe!

Dienstag, 16. September 2008

Fußball!

So, nun mal wieder ein kleines Update von mir.
Gestern hat hier in Galway die Street League angefangen. Das ist eine Art Hobbyliga, bei der sowohl soziale Einrichtungen als auch Polizei (Gardaí) und andere Authoritäten antreten. Die Galway Simon Community tritt mit gleich zwei Teams an, einmal das Resettlement Project und einmal das Daycenter. Und ich stehe für das Resettlement Team im Tor, ich hab keine Ahnung, wie ich das geschafft habe^^ Arlei spielt, wie es sich für einen Brasilianer gehört, im Sturm, der Rest des Teams besteht aus Residents.
Der Gedanke ist, dass die Residents und die Service User aller anderer Einrichtungen Mannschaften bilden, im Team miteinander spielen, Selbstbewusstsein aufbauen etc., also quasi eine "Resozialisierung" durch Sport. Für uns Volunteers hats natürlich auch einen Vorteil, und zwar dass wir ein besseres Verhältnis zu unseren Residents aufbauen können.
Doch die Liga hat noch größere Bedeutung. Ins Leben gerufen wurde die erste Street League vor zwei Jahren in Dublin, nach dem Homeless World Cup ind Österreich. Das irische Team hat da sehr gut abgeschnitten, doch nach ihrer Heimkehr sind alle Spieler wieder auf der Straße gelandet. Diese Liga ist jetzt also der Versuch, diese Leute langfristig zu motivieren, und natürlich die besten Spieler für die Obdachlosennationalmannschaft zu finden, weswegen auch ein wohl recht wichtiger Mensch der Football Association of Ireland (FAI) da war, um die Spiele zu beobachten. Einer der Residents aus meinem Team hat anscheinend auch Chancen, in die Nationalmannschaft aufzurücken, wenn er sich anstrengt...


Sonst ist alles sehr ruhig, ich habe viel Freizeit. Und was macht in, wenn man so viel Freizeit hat?
Richtig, Sushi. Viel Sushi.


Oder man geht zum Spanish Arch, trinkt einen Smoothie.

Oder man genießt das traumhafte Wetter in Galway. Die letzten Tage ist das Wetter hier echt wahnsinn. Sonne, kaum Regen, Temperaturen um die 16/17°C... Na gut, davor wars sehr stürmisch, und bald kommen die Herbst- und Winterstürme, aber wenn man wenig gutes Wetter hat, dann freut man sich an solchen Tagen um so mehr. Und nachdem das Wetter in München grade extrem besch....eiden ist, machts um so mehr Freude, dieses Bild zu zeigen ;D


Ansonsten wollte ich demnächst einen Sprachkurs anfangen, aber ich hab die Frist versäumt. Also warte ich ab bis zur nächsten Runde. Und was will ich dann lernen? Tja, wenn ichs mache, wirds eine Überraschung... (Irgendwie muss ich meine Leser ja bei Stange halten ;))

Grüße aus Galway,
euer Phil

Mittwoch, 10. September 2008

Einkauf!

Heute war es mal wieder soweit: der wöchentliche Großeinkauf stand an.
Klaus ging also los zum Office, holte das Geld und dann gings ab zu Tesco.
Nachdem wir dort elementare Dinge wie Sojamilch besorgt hatten, ging es weiter zu...

...Lidl! Sehr populär in Irland mittlerweile. Wie in Deutschland sehr günstig. Und dementsprechend viel kaufen wir dort auch immer. Das sieht dann am Ende so aus:

Der Kassenzettel ist logischerweise auch nicht von schlechten Eltern:


Und wo wir grade dabei sind: Willkommen in Galway, Arlei ;D


Bis die Tage!
Euer Phil

Sonntag, 7. September 2008

Ein Monat

So, seit einem Monat bin ich nun (wieder) in Irland. Zeit für ein kurzes Resümee.

Galway gefällt mir sehr gut. Die Stadt hat genau die richtige Größe, es gibt viele Pubs und Bars, viel zu entdecken, zu sehen und zu hören. Fast immer sind mindestens drei Straßenmusiker in der Shop Street unterwegs, es gibt Ausstellungen und so weiter und so fort. Außerdem habe ich mit dem Sally Longs mein Stammpub gefunden. Am Wochenende kommen Abends die Biker und stellen ihre Maschinen draußen ab, es laufen nur Rock (modern, älter und alt) und Metal, das Pint Beamish kostet sagenhafte 3€, das Publikum ist äußerst interessant, die Einrichtung grandios ("Das Abendmahl" mit Rockstars, ich mach bald mal n Bild davon).

In der Arbeit finde ich mich in meiner Rolle als Volunteer immer besser zurecht, ich baue immer mehr Kontakt zu den Residents auf, kann selbstständig kleinere Arbeiten übernehmen... Ich komme quasi in den Arbeitsalltag hinein. Meine Schichten sind momentan alle am Wochenende, sprich Freitag 16:00 bis Samstag 10:00, Samstag 16:00 bis Sonntag 10:00 und Sonntag 16:00 bis Montag 10:00. Ist recht stressig, man baut einfach ein riesiges Schlafdefizit auf (ich zumindest...), aber dafür hab ich unter der Woche frei.
Das geht so noch nächstes Wochenende, dann ist unser neuer Volunteer da.

Angekommen ist er schon. Arlei (so schreibt man ihn glaub ich) aus Brasilien, netter Kerl.
Vor kurzem ist auch Rachel aus Süd-Korea angekommen. Sehr höflich, sehr asiatisch (sie ist 23, sieht aus wie 16, kichert wie ne 14-Jährige), sehr zurückhaltend.
In der WG ist soweit auch alles super, wir haben grad einen Maler da, der die Flure und das Wohnzimmer neu gestrichen hat, bald sind Bad, Küche und dann die Zimmer dran. Grund dafür ist der Europäische Freiwilligendienst. Weil die nämlich einen gewissen Standard an die Unterkunft ihrer Freiwilligen haben, muss das ganze Haus renoviert werden, weil es mit seinen Wandmalereien, seinen Schildern an den Wänden, den alten Sofas, sprich allem, was den tollen Charakter ausmacht, nicht diesem Standard entspricht. Wir konnten schon Zugeständnisse abtrotzen, aber es reicht leider nicht um alles zu retten...
Dafür ist die Stimmung gut, alle verstehen sich, wir kochen viel zusammen, gehen oft zusammen weg (wer halt grad da ist^^), Klaus und ich gehen regelmäßig joggen...

Auch von privater Seite ist alles okay. Mir gehts gut, ich gewöhne mir irische Ausdrücke an, mein Englisch fängt an einen gaaaaaanz leichten Akzent zu bekommen, nur weiß ich nicht obs ein irischer oder ein australischer ist. Danke Hannah^^ Aber diese Aussies haben eine so lustige Art, gewisse Sachen auszusprechen...
Allerdings, jetzt nach einem Monat, merke ich auch, was es endgültig bedeutet, die, die man liebt, und die eine, die man ganz besonders liebt, zu hause zurückzulassen.
Zum Glück sind Flüge nicht übermäßig teuer, und ich kann Urlaub nehmen, aber trotzdem...

So, das wars größtenteils. Wer mir schreiben will, oder mal anrufen will, kann sich gern bei mir melden, dann gibts Telefonnummer und/oder Anschrift. Mailt einfach an phi_sen [ätt] hotmail.com
Und wer mich besuchen will: machts! Ihr zahlt nur ein paar Euro fürs Essen am Tag bei mir und ihr könnt kostenlos Übernachten. Flüge sind wie gesagt nicht so teuer, und Busfahren ist hier auch sehr günstig. Meldet euch einfach rechtzeitig bei mir, damit wir nen Termin abklären können. Zwei Leute bring ich hier unter, mehr geht leider aus Platzgründen auf einmal nicht^^

So far, so good!
Liebe Grüße,
Phil

Dienstag, 2. September 2008

Beobachtung #4

Beobachtung #4
In Irland gibts überall Sicherheitskameras.
Während in Deutschland sich alle über Schäubles Überwachungstaat aufregen, ist die Praktik der Überwachung mit Kameras in Irland gang und gäbe. Sicherheitkameras finden sich auf öffentlichen Plätzen, in Bussen, meiner Stamm-Saftbar, Cafés, jedem noch so kleinen Laden, einfach überall...
Merkwürdiger Zusammenhang: das verbreitetste System heißt CCTV, genauso wie das chinesische Staatsfernsehen... ;D