Heute wird’s mal ein etwas längerer Text, denn ich habe meine erste inner-irische Reise hinter mir.
Los ging es am Mittwoch, nach der Arbeit. Kurz zuhause vorbei geschaut, mein Zeug in den Rucksack geworfen und ab zur Busstation. Nach knapp fünf Stunden war ich dann in Dundalk, einem kleinen Nest kurz vor der nordirischen Grenze. Vielleicht ists dem einem oder anderen schon aufgefallen, dass in den Kommentaren öfters mal ein Basti rumhüpft. Dieser ist nämlich bei der Dundalk Simon Community, und deshalb konnte ich im dortigen Volunteer’s Haus kostenlos bleiben.
Zu Dundalk selber gibt’s nicht viel zu sagen. Kleine Stadt, nicht unbedingt schön, wenig los, das Pint 20 Cent teurer als bei uns in Galway… Dafür sind die Volunteers dort wunderbar verrückt. Also so richtig^^ Trotzdem gefällt mir Galway besser, und unser Haus hat mehr Charakter. Sorry, Basti ;)
Nunja, in Dundalk hab ich dann gleich mal meine Einradkünste herausgefordert. Und festgestellt, dass ich selbige nicht besitze. Aber trotzdem kann man sich seine Würde bewahren:
Und im Kino waren wir auch. „Death Race“ hieß das Teil, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Autos mit Waffen dran und keine Story. Aber hey: Autos mit Waffen dran! Also Hirn aus und gut ist…^^
Am Donnerstag in der Früh stand ich dann wieder am Busbahnhof, dieses Mal allerdings nach Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, und dem Zentrum des Nordirlandkonflikts. Ich hatte bereits im Voraus eine Black Taxi Tour gebucht. Man sagt dem Taxifahrer, was man sehen will, und er fährt einen durch die Stadt und erzählt und erklärt. Die Taxifahrer sind alle richtige Einheimische, haben den ganzen Konflikt selber erlebt, daher ist das ganz sehr anschaulich.
Wir fuhren im Stadtzentrum los, und keine fünf Minuten später hielt mein Fahrer, er hieß übrigens Norman, an, und erklärt mir, dass wir nun in einem 100% UFF-loyalen Viertel sind.
Erklärung: U.F.F. steht für Ulster Freedom Fighters, einer unionistischen (also protestantisch-königstreuen) Terrorgruppe, die allerdings selber nur ein Deckname für die lange Zeit legale UDA (Ulster Defence Association) war, damit diese ihre Mordaktionen gegen unbeteiligte Katholiken ausführen konnte, ohne selber verfolgt zu werden. Daneben gab es noch die UVF (Ulster Volunteer Force) und die LVF (Loyalist Volunteer Force) auf der unionistischen Seite. Bzw. es gibt sie noch, nur dass sie heute, wie die kleinen IRA-Splittergruppen nur noch auf Geld und Macht aus sind, und ihr „Geschäft“ auf illegales Glücksspiel, Schutzgelderpressung, Drogenhandel etc. verlegt haben, und sich die meiste Zeit gegenseitig bekriegen.
In diesem Viertel, sogar an dem Platz, an dem wir standen, hatte die UFF/UDA das Sagen, bekämpfte Polizei und Armee, die sich in das Viertel wagten, ermordete und folterte Katholiken und floh nach Mordaktionen in katholischen Vierteln. Auch war sie das Gebiet der „Shankill Butchers“, einer Gang aus UFF/UDA-Mitgliedern, die 19 Katholiken zu Tode folterte.
Am Eingang zum Viertel und im Viertel selber finden sich viele Murals. Murals sind Wandgemälde, die zu Propagandazwecken überall sind, sowohl in katholischen als auch in protestantischen Vierteln. Hier ein paar unionistische (protestantische):
1 Kommentar:
"Phil sagt:
22. September 2008 um 14:33 bearbeiten
Tz, in unserm Haus bist du nicht mehr willkommen ;D"
Wie du mir so ich dir ;-)
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