... und fertig ist der Film "Religulous". Ich habe mir dieses Werk nun zu Gemüte geführt, denn im ersten Moment denkt man: "Ein Film, der sich über Religion lustig macht bzw. diese kritisch hinterfragt, wie schön". Wenn dann nicht das große "Aber" kommen müsste...
Kurze Rahmenhandlung: Bill Maher, seines Zeichens amerikanischer Komiker, reist um die Welt und interviewt Religionsführer etc., um einen kritischen Blick vor allem auf die abrahimitischen Religionen zu werfen und durch intensives Nachfragen die unglaubwürdigen Elemente, logischen Fehler usw. zu entlarven.
Ansich ein lobenswerter Ansatz, vor allem zu Beginn überzeugt Maher mit seiner Argumentation, er widerlegt seine Gesprächspartner nach Strich und Faden, auf der Suche nach dem Sinn, der Daseinsberechtigung und dem Einfluss von Religion. Dummerweise bleibt es nicht bei diesem Stil. Je weiter der Film fortschreitet, desto mehr verlagert sich die Attitüde der Produktion auf bloßes Zurschaustellen von Leuten, die an etwas glauben. Gesprächspartner können ihre Argumentation, so sinnlos und lächerlich sie einem Atheisten erscheinen mag, nicht ausführen, sie werden verspottet und gnadenlos durch den Kakao gezogen. Das ist beim ersten Mal ja noch recht amüsant. Aber dann fragt man sich: wozu verschwendet ein so gebildeter Mann, der auf so gut recherchierte Fakten zurückgreifen kann, so viel Energie darauf, an diesen Leuten seine Intoleranz auszulassen? Damit repräsentiert dieser Film auch ein großes Problem der atheistischen Bewegung heutzutage:
Intoleranz.
Was Atheisten (und auch die Filmemacher) ihren Gegner, ganz besonders dem Christentum und dem Islam, vorwerfen, ist, dass diese ihre Meinung nicht akzeptieren können und versuchen, jeden zu bekehren. Nun, ich habe in meinem Leben bisher mehr Atheisten getroffen, die Gläubige fertig machen und sie vom Glauben abbringen wollen, als Gläubige, die aktiv missionieren.
Versteht mich nicht falsch, ich bin Atheist, aber manchmal denk ich mir doch, dass es seltsam ist: Atheisten sind wesentlich intoleranter, als sie den Kirchen vorwerfen zu sein.
Atheisten berufen sich dabei immer auf die "Beweise" und die Logik ihrer Argumentation, in der festen Überzeugung, dass jeder, der diese Beweise nicht sieht und akzeptiert, dumm sein müsse. Aber was die wenigsten Atheisten sehen, ist dass sie nur einen Ansatz zur Frage nach dem Sinn liefern. Gläubige liefern einen anderen, der sich halt nicht auf "Wissenschaft" (übrigens sehr verlässlich, kommt man vom Menschen selber, und dass der unfehlbar ist, wissen wir ja alle...) beruft. Wenn Atheisten endlich mal akzeptieren könnten, dass es Leute gibt, die an was anderes glauben wollen, und das dürfen sie ja auch, und diese ganze Energie auf andere Dinge verwenden würden, wie schön wäre doch die Welt...
Ich stelle den Religionen hier keinen Persilschein aus, im Gegenteil, aber die sind grad nicht Thema der Kritik ;)
In dem Sinne: soll doch jeder glauben, was er will, solang er andere damit in Ruhe lässt.
Oh, und ein kleiner Denkanstoß: wenn so eine Doku wie "Religulous" rauskommt, dann ist das in Ordnung. Aber jetzt stellt euch mal das Geschrei vor, wenn eine mehrere Millionen teure Doku rauskommen würde, in der sich religiöse Menschen über Atheisten lustig machen...
Cheers,
Phil
Donnerstag, 30. April 2009
Montag, 27. April 2009
Zimmerkrieg!
Tja, was soll ich sagen. Die Situation hat sich zugespitzt.
Aber ganz von vorne. Neulich beschwert sich unsere Koordinatorin, dass er Eingangsbereich ja so unaufgeräumt und unansehnlich sei, und dass man dadurch keinen Besuchern stolz das Haus zeigen könne. Nun, schreibe eine Mail, dass ich mein Zimmer seit Monaten nicht stolz meinen Besuchern so präsentieren kann, wie ich es gerne hätte, dass es mich aufregt, dass mir versprochen wurde, dass alles gerichtet wird und nichts getan wird etc.
Was bekomm ich als Antwort? Ein persönliches Gespräch, in dem zwar einiges geklärt wird, aber ich auch zu hören bekomme, dass die CEO Marlene, der die Mail auf meine Anregung gezeigt wurde, beschlossen hat, dass ich aus meinem Zimmer ausziehen muss, weil es nicht bewohnbar sei. Ich soll zu Klaus ins Zimmer ziehen.
Ich beschwere mich nun bei Marlene, dass diese Entscheidung über unsere Köpfe getroffen wird und vollkommen an dem vorbeigeht, was ich eigentlich wollte. Die Antwort darauf war eigentlich nur ein verschlüsseltes "Misch dich nicht ein...".
Tja. Die Frau war noch nie hier und hat gesehen, was ich meine. Sie hat außerdem das Zimmer, und das ich ziehen soll, nicht gesehen, sonst wüsste sie, dass es absolut unbewohnbar ist.
Jetzt hab ich noch eine Gnadenfrist bekommen und Klaus hat sich auch erstmal beschwert. Mal sehn, was da raus kommt.
Aber ernsthaft, was soll der Scheiß. Sich einfach nicht drum kümmern, was abgeht und dann irgendeinen Unsinn beschließen... Ich halte euch auf dem Laufenden, wie der Kampf des einfachen Arbeiters gegen das bourgeoise Regime voran geht!
Hoch die internationale Solidarität!
Euer Phil
Aber ganz von vorne. Neulich beschwert sich unsere Koordinatorin, dass er Eingangsbereich ja so unaufgeräumt und unansehnlich sei, und dass man dadurch keinen Besuchern stolz das Haus zeigen könne. Nun, schreibe eine Mail, dass ich mein Zimmer seit Monaten nicht stolz meinen Besuchern so präsentieren kann, wie ich es gerne hätte, dass es mich aufregt, dass mir versprochen wurde, dass alles gerichtet wird und nichts getan wird etc.
Was bekomm ich als Antwort? Ein persönliches Gespräch, in dem zwar einiges geklärt wird, aber ich auch zu hören bekomme, dass die CEO Marlene, der die Mail auf meine Anregung gezeigt wurde, beschlossen hat, dass ich aus meinem Zimmer ausziehen muss, weil es nicht bewohnbar sei. Ich soll zu Klaus ins Zimmer ziehen.
Ich beschwere mich nun bei Marlene, dass diese Entscheidung über unsere Köpfe getroffen wird und vollkommen an dem vorbeigeht, was ich eigentlich wollte. Die Antwort darauf war eigentlich nur ein verschlüsseltes "Misch dich nicht ein...".
Tja. Die Frau war noch nie hier und hat gesehen, was ich meine. Sie hat außerdem das Zimmer, und das ich ziehen soll, nicht gesehen, sonst wüsste sie, dass es absolut unbewohnbar ist.
Jetzt hab ich noch eine Gnadenfrist bekommen und Klaus hat sich auch erstmal beschwert. Mal sehn, was da raus kommt.
Aber ernsthaft, was soll der Scheiß. Sich einfach nicht drum kümmern, was abgeht und dann irgendeinen Unsinn beschließen... Ich halte euch auf dem Laufenden, wie der Kampf des einfachen Arbeiters gegen das bourgeoise Regime voran geht!
Hoch die internationale Solidarität!
Euer Phil
Donnerstag, 23. April 2009
Lang ists her...
... dass ich hier geschrieben habe. Der Grund dafür ist aber einfach: ich hatte Besucher da und dann war ich die letzten 10 Tage mal wieder daheim in Deutschland. Und da hatte ich einfach besseres zu tun, als hier zu schreiben ;)
Eigentlich wollte ich ja gestern Nacht noch einen Eintrag schreiben, da war ich nämlich im Bus von Dublin nach Galway und bei GoBus hat man nun W-Lan im Bus. Allerdings brauchte man dafür ein Passwort und ich hatte keine Gelegenheit, den Busfahrer danach zu fragen. Aber auf die paar Stunden kommts ja auch nicht an.
Ich bin jetzt seit halb drei in der Früh wieder daheim und schon ist wieder alles wie gewohnt. Hat was, irgendwie. Heute Nachmittag seh ich dann, obs in der Arbeit genau so ist.
In der WG hat sich auch nicht viel getan. Pascaline, die Schweizerin, ist noch nicht eingezogen, die wohnt mit ner Freundin irgendwo in Galway. Aber was die andern mir erzählt haben, kann man ihr da keinen Vorwurf machen und sie muss wohl recht nett sein. Ansonsten geht Manuel bald wieder heim, in zwei Wochen ungefähr. Schade eigentlich, aber nachdem er aus Stuttgart ist, werd ich ihn und er mich besuchen, im Sommer.
Bald kommt dann auch Manuels Ersatz, eine Amerikanerin namens Megan.
So, das wars im Großen und Ganzen.
Grüße,
Phil
Eigentlich wollte ich ja gestern Nacht noch einen Eintrag schreiben, da war ich nämlich im Bus von Dublin nach Galway und bei GoBus hat man nun W-Lan im Bus. Allerdings brauchte man dafür ein Passwort und ich hatte keine Gelegenheit, den Busfahrer danach zu fragen. Aber auf die paar Stunden kommts ja auch nicht an.
Ich bin jetzt seit halb drei in der Früh wieder daheim und schon ist wieder alles wie gewohnt. Hat was, irgendwie. Heute Nachmittag seh ich dann, obs in der Arbeit genau so ist.
In der WG hat sich auch nicht viel getan. Pascaline, die Schweizerin, ist noch nicht eingezogen, die wohnt mit ner Freundin irgendwo in Galway. Aber was die andern mir erzählt haben, kann man ihr da keinen Vorwurf machen und sie muss wohl recht nett sein. Ansonsten geht Manuel bald wieder heim, in zwei Wochen ungefähr. Schade eigentlich, aber nachdem er aus Stuttgart ist, werd ich ihn und er mich besuchen, im Sommer.
Bald kommt dann auch Manuels Ersatz, eine Amerikanerin namens Megan.
So, das wars im Großen und Ganzen.
Grüße,
Phil
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