So, heute mal wieder ein Filmtipp:
Waltz with Bashir.
Der Film ist eine Dokumentation im Comicstil über den Libanonkrieg 1982.
Genauer gesagt geht es um einen israelischen Soldaten, der versucht, seine verschwundenen Erinnerungen an seinen Einsatz im Libanon wieder zu bekommen, da er sie verdrängt hat. Grund dafür war ein Schuldgefühl, da die Israelis Massaker christlicher Phalangisten an muslimischen Palästinenser in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila nicht verhindert haben und sie passiv durch den Einsatz von Leuchtraketen unterstützt haben.
Durch Gespräche mit anderen Kriegsteilnehmern und Kameraden, und durch deren Erinnerungen, die mit Rückblenden visualisiert werden, erinnert sich die Hauptperson nach und nach an die Geschehnisse und an seine eigene Rolle.
Der Film ist ansich eine sehr traditionell aufgebaute Antikriegsdoku, die sich aber durch den Comicstil und die beeindruckenden Bilder bemerkenswert abhebt. Auch wird kein falscher Patriotismus vermittelt, nichts wird beschönigt. Posttraumatische Belastungen der Soldaten werden genauso gezeigt, wie die Angst der 19-jährigen Soldaten im Einsatz, die Menschenverachtenden Vorgehensweisen aller Beteiligten etc.
Hintergrundinfos zur Thematik gibts hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Libanonkrieg_1982
Und wer sich nicht sicher ist, ob der Stil wirklich passt, oder wer einfach nur wissen will, wie das ganze aussieht, hier der Trailer zum FIlm:
Meine Meinung: sehr empfehlenswerter Film, trotz der schwierigen Thematik uneingeschränkt empfehlenswert!
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5 Kommentare:
hey hört sich echt interessant an, man kann wirklich nur hoffen, dasssich die Außenpolotik Isaels zum besseren wendet, auch wenn das Thema des Films 25 Jahre zurückliegt, ist die Problematik ja top-aktuell!
ist der im Original auch mit UT?
Also der Film beruht auf den Erfahrungen des Regisseurs, ist also 100%ig authentisch. Er selber meinte zu seinem Film und dem letzten Libanonkrieg:
„Wieder fielen Bomben auf Beirut, dieselben Straßennamen fielen bei Berichten über die Bombardements und wieder mussten Unschuldige ihr Leben lassen. Rund 24 Jahre nach meinen eigenen Kriegserfahrungen war der Angriff Israels auf den Libanon im Jahre 2006 für mich wie ein Déjà-vu, eine Lektion, die nicht gelernt wurde.“ (Regisseur Ari Folman auf dem Filmfest München)
Und ja, der Film ist auf Hebräisch mit Untertiteln... bisschen gewöhnungsbedürftig, aber nach ner Weile gehts. Es ist halt der Originalton der Interviews, nicht nachgesprochen, was es noch authentischer macht.
möp...mag keine UT lesen...
Gestern kam er im Alten Kino in Ebersberg - vielen Dank für deinen Tip! Ist tatsächlich ein sehr, sehr guter Film und lief übrigens ohne Untertitel und dafür gleich auf Deutsch...
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